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Die Ephemeriden des Regiomontanus

Johannes Müller aus Königsberg latinisierte seinen Geburtsort für seinen imposanten nom de guerre . Geboren 1436 studierte er in Leipzig und Wien.

Zwischen 1460 und 1462 korrigiert er Übersetzungsmängel und Berrechnungsfehler der Georg-von-Trapezunt-Übertragung des Almagest des Claudius Ptolemäus.

1462 erfindet er die Trigonometrie und verwendet als erster arabisch-indische Ziffern und eine Formelsprache in der Mathematik.

Nach einem Ungarnaufenthalt läßt er sich 1471 in Nürnberg nieder mit einer (der ersten europäischen) Sternwarte und einer Druckerei (heute auch eher selten gewordene Kombination). Müller beschreibt Kometen als periodisch wiederkehrende, berechenbare Himmelserscheinungen und widerlegt damit Aristoteles (Kometen sind Ausdünstungen).

Dort besuchte ihn unter anderem der (sehr junge - 1471 geborene) Albrecht Dürer, der sich vor allem für Kugelprojektionen und die Gestalt der Erde von Himmel aus gesehen interessierte.

Für Kolumbus wird er wichtig, weil er 1474 Ephemeriden publiziert, also ein Register der täglichen Position der Himmelskörper zwischen 1475 und 1506*. R. ist mittlerweile so berühmt und anerkannt, dass der Fast-Nachbar Martin Behaim sich in Portugal als sein Schüler vorstellt.

Sein Ruhm bringt ihm auch eine Berufung des Papstes Sixtus IV. zur Mitarbeit an der Reform des julianischen Kalenders ein. Bevor er damit beginnen kann, stirbt er 1476 in Rom - gerade 40-jährig - vermutlich an der Pest (zeitgenössische Gerüchte sprechen von Vergiftung durch die Söhne des Georg von Trapezunt!).

Herr Müller aus Königsberg in Bayern

Ephemeridentafeln

* Mit den Ephemeriden für die Zeit von 1475-1506 brachte Regiomontanus eine Arbeit heraus, das wegen seiner hohen Genauigkeit neue Maßstäbe setzte und auch von Kolumbus als Navigationshilfe bei seiner Reise verwendet wurde.