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Miszellen

[Mehrzahl Miszellaneen; lateinisch, "Vermischtes"]
kleine Aufsätze vermischten Inhalts.


Der gebutterte Toast

Auch bekannt als Payns Law. Es handelt sich dabei um die bekannte Frage, warum ein Toast immer auf die Butterseite fällt, einer Variante von Murphys erstem Gesetz (“If anything can go wrong, it will”).  Payns Law heißt diese Regel nach dem englischen Schriftsteller James Payn, der die wahrscheinlich eleganteste Formulierung dafür gefudnden hat:

    I’ve never had a piece of toast
    Particularly long and wide,
    But fell upon the sanded floor
    And always on the butter side.

Eine Variante des Satzes stammt von Henry Kissinger: “Wenn du ein gebutterte Brotscheibe auf den Teppich fallen läßt, steht die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf die Butterseite fällt, in direktem Verhältnis zum Wert des Teppichs.”

Der Fall auf die Butterseite hat mit der Größe von Menschen zu tun: dies ist der Rekordhalte:


R.P. Wadlow (rechts) mit seinem Bruder

Payns Gesetzt wurde 1991 im BBC Programm QED wissenschaftlich getestet. Bei dreihundert Würfen mit gebutterten Toasts unter verschiedenartigsten Umständen stellte sich kein statistischer Unterschied heraus (Ian Stewart berichtete darüber im Scientific American 12/95 unter dem Titel “Mathematical Recreations”). War das die Widerlegung? Keinesfalls. Der britische Journalist Robert Matthews wies mit Recht darauf hin, das Toasts im wirklichen Leben nicht geworfen, sondern seitwärts vom Frühstückstisch gefegt werden. Bei einer durchschnittlichen Tischhöhe sagen die Gesetze der Physik eindeutig aus, dass der Toast sich mindestens um 180° drehen wird, aber weniger als 360°! Also muss bei der Landung die Butterseite unten sein.

Ausnahmen von dieser Regel sind nur – so Robert Matthews – unter extrem ungewöhnlichen Umständen denkbar: Nach seinen Berechnungen muss der Toast für eine vollständige Umdrehung seitwärts mit einer Geschwindigkeit von 1,6 Metern pro Sekunde gestoßen werden oder aber der Tisch muss etwa drei Meter hoch sein.


R.P Wadlow-Denkmal in Alton, Illinois, seiner Geburtsstadt.

Payns Gesetz ist also physiologisch begründet: Lebewesen bauen Tische, die in etwa ihre halben Körpergröße entsprechen. Ein drei Meter hoher Tisch würde also von einem sechs Meter großen Tischler gebaut werden. Wer so groß ist, würde jedoch dauernd umfallen und sich vermutlich den Kopf einschlagen, kein Vorteil im Kampf ums Dasein. Vierbeiner stehen stabiler und einige – Giraffen und Elefanten beispielsweise – werden erheblich größer als wir. Matthews berechnet, das die höchste ungefährliche Größe für Zweibeiner im gesamten Universum - menschlich oder nicht, unabhängig von der irgendwo herrschenden Gravitation – bei 3,20 Meter liegt. Nach dem Guiness Buch der Rekorde hält Robert Pershing Wadflow (1918 – 1940) den Größenrekord mit 2,72 Metern. Aber selbst er hätte sich nicht an einen drei Meter hohen Tisch gesetzt.

Das Buttertoast–Gesetz ist damit ein universelles Gesetzt, etwa in der Preisklasse von E = mc2.



Den folgenden Artikel habe ich kopiert,  nicht um mich zu bereichern, sondern weil einem diese Meldung in einigen Monaten sehr seltsam vorkommen wird: mehr als 100 Menschen mussten ihr Leben lassen, weil ein Journalist in Nigeria fand, dass Mohammed die Wahl und möglicherweise auch die Mädels gefallen hätten!

MISS-WORLD-WAHL

London statt Nigeria

Wegen  schwerer Unruhen mit 100 Toten in Nigeria ist die Wahl zur Miss World von Abuja  nach London verlegt worden. Termin: 7. Dezember.

Kaduna - Seit drei Tagen kommt es wegen  der im westafrikanischen Nigeria geplanten Miss World Wahl zu schweren Unruhen. Christen und Muslime lieferten sich Gefechte, bei denen bisher rund 100 Menschen ums Leben kamen und etwa 500 verletzt wurden. Nun teilten die Organisatoren mit, die Schönheitswahl werde "im Interesse Nigerias und der Teilnehmerinnen" nach London verlegt.

Die Erklärung wurde in der Hauptstadt Abuja veröffentlicht. Auch dort war es  zuletzt zu Kämpfen gekommen. Anlass des Aufruhrs, der am Mittwoch in der Stadt Kaduna begann, war ein Zeitungsartikel, in dem die  Kritik von Muslimen an der Miss World Wahl ("Parade der Schande") in Abuja zurückgewiesen wurde. Der Verfasser schrieb, selbst der Prophet Mohammed hätte wohl nichts gegen die Veranstaltung einzuwenden gehabt.

In Kaduna gibt es neben der muslimischen Bevölkerungsmehrheit eine große christliche Minderheit. In den vergangenen drei Jahren kam es dort wiederholt zu  Zusammenstößen zwischen beiden Gruppen.

Die "Parade der Schande" führte zu Unruhen in Nigeria


"Die Show wird definitiv weitergehen":
Miss-World-Wahl 2001